Dienstag, 29. Mai 2018

AVON NIGHT RUN 2018

AVON NIGHT RUN, BRÜNN; TSCHECHISCHE REPUBLIK
 
Manche Laufwettbewerbe sind mir eine wirkliche Herzensangelegenheit. So auch der 5km lange Avon Night Run in Brünn, Tschechien. Ich bin zum ersten Mal in Tschechien gelaufen, warum nenne ich diese Laufveranstaltung also eine Herzenagelegenheit?! Aus einem einfachen Grund: Der Avon Night Run ist nicht nur ein Wettkampf, sondern er hat auch einen karitativen Hintergrund. Es geht nämlich um die weiblichen Brüste. Genauer gesagt: um den Kampf gegen Brustkrebs. Wenn man an diesem Lauf teilnimmt, spendet man 100 CZK (ca. 5 Euro) für den Kampf gegen Brustkrebs. Es ist leider nicht viel, aber man kann zusätzlich auch verschiedene Souvenirs vor Ort kaufen und so mehr beitragen, wenn man möchte.


 
Diese Laufveranstaltung findet in 8 tschechischen Städten statt und ist in verschiedene Laufkategorien untergeteilt: Inogy Kids Cup (die Kinder sind nach ihrem Alter eingeteilt), Sberbank Family Run und Avon Lauf (5 Km und 10 Km). Mehr Informationen findest Du hier: http://zdravaprsa.cz/avon-pochod/avon-beh-2018/. Leider sind die Informationen nur in Tschechisch.
Ich habe weder die Lokalität, Jih Hnevkovskeho, noch die Strecke dorthin gekannt. Aber eine Freundin hat mir da weiterhelfen können. Die Laufveranstaltung begann zwar erst um 20:15 Uhr, aber ich hatte mich entschlossen, schon früher vor Ort zu sein. So hatte ich nicht nur genügend Zeit, die Umgebung zu erkunden, sondern auch, um den Kindern bei ihren Wettbewerben zuzusehen. Wie oben erwähnt waren die Kids je nach Alter verschiedenen Gruppen zugeteilt. Zuerst starteten die Kleinen (2-4 Jahre) - ja, auch ein zweijähriger Zwerg war am Start. Die Eltern liefen auch mit - sie konnten ihre Kinder beim Lauf unterstützen und anfeuern, aber nicht tragen oder ziehen (Das habe ich tatsächlich einmal gesehen - unfassbar, was einige überambitionierte Eltern machen). Die Kleinen liefen nur eine Runde ca. 400 Meter. Ich muss sagen: Hut ab! 400 Meter klingen nicht nach viel - aber für einen 3jährigen Knirps kann es durchaus eine große Herausforderung darstellen. Einige Kinder sind nämlich mit Tränen in den Augen ins Ziel gelaufen.
Ich laufe leidenschaftllich gern, aber ich kann mir nicht vorstellen, ein dreijähriges (zweijähriges) Kind für eine Laufveranstaltung anzumelden und dabei zuzusehen, wie es beim Laufen weint. Das würde ich mir sehr gut überlegen.
Um 19:50 begann ein Warm-Up für den 5 Km Wettbewerb auf der Bühne. Es war super - ich bin viel gesprungen und meine starren Glieder haben sich aufgewärmt. Danach haben wir uns am Start aufgereiht. Ich zog meine Laufjacke aus. Es hatte zwar 15 Grad, aber ich wusste, dass mir bald warm sein würde. Nach 15 Minuten konnte ich endlich starten.
Es dauerte einige Sekunden bis ich die Startlinie überschritten hatte. Wir waren nicht in einzelne Blöcke eingeteilt, sondern alle 500 Personen starteten gleichzeitig. Ich war ganz hinten und es dauerte einige Minuten, bis ich mich aus der Menschenmenge gelöst hatte und endlich freier laufen konnte. Ich gab Gas, weil ich eben einige Minuten verloren hatte. Eigentlich ein Anfängerfehler, denn am Anfang soll man locker laufen und erst die letzten 2 Kilometer soll man dann richtig Gas geben.
Nach dem dritten Kilometer bekam ich eine Krise. Ich habe einige Läufer/innen gesehen, die gegangen sind und jetzt nistete sich dieser Gedanke auch langsam in meinem Kopf ein. Zum Glück habe ich mich zusammengerissen - ich habe mich an die 10 wöchige Laufvorbereitung erinnert, die ich hinter mir hatte - an all die Hoffnung und Energie, die ich in jede Woche hingesteckt habe. Ich durfte einfach nicht gehen, sonst würde ich mich selbst verraten und enttäuschen. Ich joggte schneller. Ich sah Tische mit Isogetränken auf der Strecke. "Ein Getränk!," rief ein Mann. Viele nahmen sich einen Becher und tranken beim Laufen. Ich wollte das nicht, sonst hätte ich anhalten müssen. Ich näherte mich einer Dame. "Jetzt überhole ich dich," dachte ich mir hoffnungsvoll. Sie warf aber genau in diesem Moment ihren noch nicht ausgetrunkenen Becher in meine Richtung.
Sie besprühte mein T-Shirt und Hose. Ich war sauer, ich musste verlangsamen. „Wirklich ein Fair-Play Run", dachte ich zynisch. Wozu muss man einen Becher mit Iso-Getränk beim 5Km Wettbewerb bereitstellen?! Ich verstehe das beim 10 Km Lauf, aber bei 5 Kilometern?! Ich lief weiter, ich näherte mich dem Ziel - da standen die Fotografen, die ein Foto machen wollten. Ich war aber nicht in Laune zu posen. Endlich ist das Ziel in Sichtweite - ein paar Meter vor dem Ziel überholt mich ein Mann und ich laufe hinter ihm ins Ziel. Ich bekomme eine Medaille und etwas zur Erfrischung.
Meine Schwester und meine Freundin warteten schon ungeduldig auf mich und erkundigten sich, wie es war. In mir herrschte wieder Chaos - ich wollte zu den Monitoren gehen, um meine Zeit zu checken. Meine Pulsuhr zeigte mir 28:48 Minuten an, aber ich war so aufgeregt, dass ich die Information nicht aufnehmen konnte. Als ich meine Startnummer ins Gerät eintippte, zeigte der Monitor wirklich 28:48 Minuten an. Ich war außer mir vor Freude. Ich habe es geschafft: ich habe die 28min-Marke erreicht. Meine Schwester sah meine Aufregung und schlug vor, mir ein kleines Bier zu besorgen, damit ich mich ein bisschen beruhigen konnte. Sie brachte beim Zurückkommen auch Pizza mit.
Nach dem Essen realisierte ich dann das Ergebnis von meinem Lauf - Ich war ein bisschen beschwipst, aber ich freute mich unglaublich über meinen persönlichen Erfolg.
Und nächste Woche gebe ich beim Österreichischen Frauenlauf hoffentlich auch alles.
Und nun zu Dir! ich habe heute keine Frage an Dich, sondern möchte Dir stattdessen wirklich ans Herz legen: Taste deine Brüste regelmäßig ab! Geh regelmäßig zur Mammografie und zum Ultraschall! Denke daran, dass die Früherkennung deine Heilungschancen erhöht! Und begnüge Dich nicht mit dem Gedanken: „ich bin noch zu jung, um (Brust)krebs zu bekommen." Mir wurde mit 33 ein gutartiger Tumor entfernt! Meine Geschichte kannst du hier lesen: https://simplelivingstylebyvera.blogspot.com/2017/10/
 
 
 
 
 
 
 
 
Avon Night Run 2018, Brno, Czech Republic
 
 
 
Some running competitions are matters close to my heart. That was also the case with the 5km long "Avon Night Run" in Brno, Czech Republic. Actually I ran in Czech for the first time. So why do I call this running event: a matter of heart?! A simple reason: "Avon Night Run" is not only a running competition, but it also has a caritative background. It´s about female breasts. More precisely said, the fight againt breast cancer. If you take a part in this run, you donate 100 CZK (about 5 Euro) for the fight against breast cancer. It´s not very much, but in addition you could buy some souvenirs if you wish to contribute more.
This running event takes place in 8 cities in Czech Rep and it‘s divided into various categories: Inogy Kids Cup (the kids are split up into groups depending on their age), Sberbank Family Run, Avon Run for 5 and 10Km. You can find more information here: http://zdravaprsa.cz/avon-pochod/avon-beh-2018/. Unfortunately the website is only in Czech.
I didn´t know the locality, Jih Hnevkovskeho, nor how to get there. But a friend of mine could explain everything to me. Although the race started at 8:15pm, I decided to be there earlier. I had enough time to explore the area, but also watched the children at their competitions. As mentioned above, the kids were divided into different groups by their age. First, the little ones started (2-4 years) - yes, even a two year old munchkin was at the start. The parents were also joining the run, cheering for their children - but they weren‘t allowed to carry or pull them (I acually have seen the last thing - unbelievable what some over-ambitious parents are capable of). The little ones had to run one lap - about 400 meters. I have to say: Hats off! 400 meters don‘t seem much - but they can be a challenge for a 3years old munchkin. Some poor children crossed the finish line with tears in their eyes.
I love running, but I can‘t imagine signing up a three-year-old for a running event and then watch the kid cry while running. I would think twice before doing that.
At 7:50pm a warm-up for the 5km run started on stage. It was great - I jumped a lot and my frozen limbs warmed up. Then we got lined up behind the start line. I took off my running jacket. It was 15 degrees, but I knew I would get warmer soon. After 15 minutes I was finally able to start.
It took few seconds until I crossed the start line. We were not divided into various blocks - all 500 competitors started at the same time. I was way back at the end of the crowd so it took me a few minutes to get through the crush of people and then I could finally seriously start jogging. I ran full speed because I had lost some minutes right at the start. Actually, that‘s a beginner‘s mistake because in the beginning you are supposed to run slowly and then go full speed for the last 2 kilometers.
After the 3rd kilometer I got a crisis. I saw some runners who were walking and now this thought pushed itself more and more into my head. Luckily, I gathered myself, recalling the "10 weeks of running preparation" that I had behind me - all the hope and energy that I put into every week. I can not walk, otherwise I would betray and disappoint myself. I ran faster. I saw tables with iso drinks on the way. "A drink!" a man was calling. Lots of peaople got a cup and drank while running. I couldn´t do that, otherwise I would have had to stop. I approched a lady. "Now I´ll pass you" I thought hopefully. But she threw away her not finished drink and right into my direction.
She sprinkled my shirt and pants. I was angry, I had to slow down. „Really a fair play run" I cynically thought by myself. Why do they have to provide a cup with an iso drink at a 5 Km competition? I would get it if it was the 10Km run, but also at 5 kilometers? I was still running, I approached the finish line - there were photographers who wanted to take my picture. I wasn´t in the mood to pose for them. At least I can see the finishline. A man passes me and I cross the finish line behind him. I get a medal and some refreshment.
My sister and my friend were already waiting impatiently for me and asked me how it was. There was chaos inside me. I wanted to go to the monitors to check my time. My heart rate watch showed me 28:48 minutes, but I was too excited to process this information. When I typed my start number into the machine, the monitor showed me 28:48 minutes. I was so happy! I did it! I reached the 28 mark. My sister saw my excitement and suggested ordering a small beer for me so I could calm down a bit. When she got back she had also got pizza.
After eating I finally realized the result of my run. I was a bit tipsy, but I was incredibly happy about my personal achievement.
Hopefully I can give it my all again at the Austrian Women´s Run next weekend.
And now to you! Today I have no question for you but I want to give you a friendly reminder: feel your breasts regularly. Go to the mammography and ultrasound. Remember that early detection increases the chance of recovery. Don´t content yourself with the thought: I´m too young to get (breast) cancer. I had removed a benign tumor at the age of 33! You can read my story here: https://simplelivingstylebyvera.blogspot.com/2017/10/
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Donnerstag, 24. Mai 2018

Foot Analysis and Gel Kayano 24

Fußanalyse und Gel Kayano 24
 
Als ich eine E-Mail vom Österreichischen Frauenlauf bekam, in der stand, dass sie eine Fußanalyse anbieten, musste ich sofort einen Termin ausmachen.

 
Die E-Mail kam mir sehr gelegen, denn ich laufe jetzt viermal pro Woche und habe nur zwei Paar Laufschuhe. Die Ersten sind Gel Quantum 360 von Asics, die ich mir vor ca. einem Dreivierteljahr zugelegt habe, und die Zweiten sind von Adidas, die ich seit 3 Jahren habe. Das zweitgenannte Paar sieht schon ziemlich abgenutzt aus und beim Laufen taten mir meine Knien auch richtig weh. Es ist mir bewusst, dass ich so schnell wie möglich neue Laufschuhe brauche.
     Ich wollte mich eigentlich für einen Feldtest anmelden, in dem das optimale Renntempo für den Wettkampf bestimmt wird. In diesem Dauertest testet man in mehreren Durchgängen das Renntempo bei mehrmaliger Laktatkontrolle. Im anschließenden Seminar erhält man dann nützliche Tipps für die richtige Ernährung vor, während und nach dem Wettkampf bzw. für die Renntaktik.
Ich fand das ganze sehr interessant, denn es gab viele Schwankungen in meinem Training. Ich lief den einen Tag ausgezeichnet und erreichte mühelos die 5 Km unter 28 Minuten und den Tag darauf plagte ich mich wahnsinnig - ich keuchte wie eine starke Raucherin, ich musste oft anhalten, mein Puls schoss in die Höhe (170 und mehr) und ich war schweißgebadet. Ich wollte schon die Flinte ins den Korn werfen nach so einer Laufeinheit und auf das Training mit Pulsuhr verzichten. Zum Glück habe ich mich wieder gefasst und mich mit dem Gedanken beruhigt, dass der Weg zu meinem Ziel nun einmal kein Rosenweg ist.
Ich überlegte auch, dass ich sicher schneller laufen würde, wenn ich neue Laufschuhe hätte. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, den nächsten Wettkampf in den alten Asics anzutreten und schon allein die Vorstellung, noch einmal in meine Adidas zu schlüpfen, brachte meine Füße zum schmerzen. Und daraus folgte genau eine Sache: ich brauche unbedingt neue Wettkampfschuhe!
Adieu Feldtest!
Ich war ein bisschen aufgeregt, als ich den WM´S Laden für die Analyse betrat. Verschiedene Gedanken wühlten sich durch meinen Kopf: "Wie verläuft so eine Fußanalyse? Was wird man zu meinen Füßen sagen? Erkennt man dadurch auch meinen Laufstil? Findet man passende Schuhe für mich oder muss ich wieder endlos viele Schuhe ausprobieren, bis ich die Richtigen finde? Bringt es wirklich etwas?
Die Dame, die die Fußanalyse machte, war sehr freundlich. Bevor wir begannen, stellte sie mir Fragen zu Geburtsjahr, Körpergröße und Gewicht. Ich zögerte ein wenig bei dem Körpergewicht. Ich kenne mein Gewicht, aber ich habe in den lezten Wochen durchs Laufen viel abgenommen. Wenn ich jemandem mein Gewicht verraten habe, kam sofort die Frage, ob ich Essprobleme hätte oder mein niedriges Gewicht eine genetische Veranlagung sei.
Auch die Dame meinte sofort: "Sie sind zu dünn." Ich weiß das und manchmal machte es mich wirklich schon unglücklich. Deshalb habe ich gleich eine Frage an Dich: Was isst Du, wenn Du zunehmen möchtest? Bitte keine Fast-Food-Vorschläge oder Empfehlungen zu häufigerem Naschen - ich mag solche Sachen gar nicht. Mein Ziel ist eher, die Kilos auf eine gesündere Weise zu gewinnen. Und daran scheitere ich momentan.
Aber zurück zu der Fußanalyse. Ich musste meine Schuhe und Socken ausziehen, dann wurden mir kleine, grüne Pickerl auf die Füßen geklebt und anschließend wurden meine Füße per Computerscan vermessen. Es dauerte nicht einmal drei Minuten. Danach sah ich auf dem Computer, wie mein Fuß aussieht. Die Dame erkundigte sich, in welchen Schuhen ich derzeit trainiere und ob ich beim Joggen zum Umknicken neige. Ich stimmte zu, manchmal fühlte sich mein Fuß tatsächlich nicht stabil genug an, wenn ich beschleunigte. Ich habe das aber bis jetzt immer meinem Laufstil zugeschrieben.
Wenn ich mich richtig errinnere, hatte ich solche Schwierigkeiten früher nicht. Die Laufschuhe von Asics gehörten zu meinen Lieblingsschuhen und ich trug sie sehr oft zum Laufen. Ich lief quasi den ganzen Winter darin. Ich konnte mir aber kaum vorstellen, dass ich schon 3 000 Km gemacht habe. Es konnte nicht stimmen. In einem dreiviertel Jahr würde ich bestimmt keine 3000 Km schaffen - da müsste ich ca. 71 mal einen Marathon, oder 142 mal einen Halbmarathon, oder 300 mal 10km oder 600 mal 5Km laufen. UNMÖGLICH.
Daraufhin wurde mir ein gestützter Schuh empfohlen. Solche Schuhe gleichen Fußfehlstellungen (Plattfüße, Hallux - meine Füße) und Überpronation (Der Fuß kippt in der Abrollbewegung übermäßig nach innen) aus. Durch eine spezielle Stabilisierung (gestärkter Fersenteil und härteres Material auf der Innenseite) stützen sie den Mittelfuß.
Eine andere nette Dame brachte mir gleich zwei Paar Schuhe, Gel Kayano 24 und GT 300 von Asics, zum Anprobieren. Als ich den Name Gel Kayano" hörte, war ich sehr aufgeregt. Diese Schuhe gibt es seit über 26 Jahren auf dem Markt und wurden mehrmals von verschiedenen Sportzeitschriften ausgezeichnet. Ich wartete ungeduldig, bis die Dame die Laufschuhe ausgepackt hatte und hielt fast die Luft an, als sie sie aus der Verpackung holte. Sie haben mir sofort gefallen - die Farbe (dunkel blau-orange) entsprach meinem Geschmack. Jetzt müssen sie mir nur noch passen und ich musste mich darin wohlfühlen. Sie fühlten sich perfekt an. Sie waren sehr leicht - wie für mich gemacht. Als ich sie anhatte und im Geschäft kurz auf und ab spazierte, wusste ich sofort, dass ich sie haben muss. Sie überzeugten mich auf den ersten Blick.
Ich habe auch die anderen Laufschuhe - GT 300 von Asics - ausprobiert. Aber sie sagten mir nicht richtig zu. Als ich die schrille, gelbe Farbe sah, weigerte ich mich ein wenig, sie anzuprobieren. Das ist überhaupt nicht mein Stil. Ich trage solche auffallenden Farben nicht. Ich zog sie trotzdem an - der Schuh fühlte sich schwer an. Nein, das waren nicht die Laufschuhe, in denen ich jeden Tag trainieren und bei Wettbewerben starten wollte.
Ich habe mich schon entschieden. Der Preis war zweitrangig für mich. Ich habe sie bereits auf der Webseite des Wm´s Store gesehen, wusste wie teuer sie waren und hoffte trotzdem heimlich darauf, dass man mir solche Schuhe empfehlen würde.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bevorzuge beim Einkaufen selten eine bestimmte Marke (vielleicht mache ich eine Ausnahme bei Jeans, Unterwäsche und Laufschuhen). Aber die Laufschuhe Gel Kayano haben eine beeindruckende Sportgeschichte, die im Jahr 1992 begann. Toshikazu Kayano und sein Team haben von der ASICS-Führung den Auftrag bekommen, den besten Laufschuh aller Zeiten zu entwickeln. Die Japaner machten sich im Forschungsinsitut in Kobe an die Arbeit. Ein Jahr dauerte es, bis Kayno seine erste Kreation aus hochwertigem Material präsentierte. Der Gel Kayano 1 wurde geboren. Dank seines speziellen Skeleton-Systems verkauften sich 47 000 Modelle im Jahr 1993. Im Jahr 2008 kürte die Fachzeitschrift "Runner´s World" den Gel Kayano 14 zum Laufschuh des Jahres. Die Verkaufszahlen des Laufschuhs stiegen weiter. Ein Jahr darauf wurde für Männer und Frauen eine differenzierte Technologie eingesetzt. Das bedeutete: unterschiedliche Dämpfungsysteme im Vorfuß richteten sich nach den anatomischen Eigenschaften der Geschlechter - Gel Kayano 20 was born.
Wenn Du mehr über den Gel Kayano 24 erfahren möchtest, hier gibt es einen Link: https://www.runnersworld.de/laufschuhe/asics-gel-kayano-24-herren.487388.htm. Hier gibt es auch einen Link über die Überpronation http://www.asics.com/at/de-at/running-advice/understanding-pronation-find-the-right-shoes-for-you/.
Und jetzt ein paar Fragen an Dich: Läufst Du auch? Wie viele Paar Laufschuhe hast Du zu Hause? Hast Du schon mal eine Fußanalyse oder Laufband Analyse machen lassen? Und hat Dir das etwas gebracht?



 
 
 
 
Foot Analysis and Gel Kayano 24
When I got an e-mail from Austrian women´s run that said, that they were offering a foot analysis, I immediately had to make an appointment.
The e-mail met my interest because I am running four times a week now and I‘ve only got two pairs of running shoes. The first ones are Asic´s Gel Quantum 360 which I bought about 9 months ago and the other ones are by Adidas, which I‘ve had for 3 years now. These look pretty worn out and when I was running lately my knees started to hurt. I am aware that I need new running shoes as soon as possible.
I actually wanted to register for a field test in which your optimal race pace for competitions gets determined. In this endurance test, the race pace is tested with multiple lactate controle over several rounds. In a following workshop you will then get useful tips about nutrition before, during and after the competition or about race tactics.
I found that topic very interesting because there were some ups and downs in my training. One day I ran excellently and could easily reach the 5 Km under 28 minutes and the next day the training session draged on forever - I was breathing heavily like a strong smoker, had to stop often, my pulse rose massively (170 and more) and I was bathed in sweat. I just wanted to give up after that kind of running unit wanted to quit my heartrate-watch-training. Fortunately, I could get a hold of myself and was able to calm down while reminding myself, that the way to my destination is not covered with roses.
I also startet to think that I would run faster if I had new running shoes. I couldn´t imagine to take on the next competition in my old Asics. Also my feet started to hurt as soon as I was only thinking about slipping back into the Adidas running shoes. And that meant only one thing: I absolutely need a new pair of competition shoes.
Adieu field test!
I was a bit excited when I entered the WM`S store for the analysis. There were many thoughts in my head: "What happens exactly at a foot analysis? What will they say about my feet? Do they also recognize my running style? Do they find a suitable pair of shoes for me or do I have to try on countless of shoes again until I find the right ones? Will I really get something out of it?
The lady who did the food analysis was very friendly. Before we started, she asked me some questions about my birthyear, height and weight. I hesitated a bit to answer the question about my body weight. I know my weight, but I have lost some pounds in the last few weeks. When I tell my weight to somebody, I am always asked if I have eating problems or if my weight is a genetic disposition.
The lady also instantaneously told me, that I am too thin. I know that and sometimes it had made me really unhappy. So right here I have a question for you: What do you eat when you want to gain weight? Please do not recommend fastfood to me or try to talk me into eating more sweets - I don‘t like such things. My goal is to gain weight in a healthy way. And that‘s exactly what I´m failing at right now.
But back to the foot analysis. I had to take off my shoes and socks, I got small green stickers put at my feet and then my feet were measured by a computer scan. It didn´t even take three minutes. Then I looked what my foot looks like on the computer. The lady wanted to know in which shoes I‘m currently jogging and if I tend to roll my ankles during jogging. I nodded, sometimes my feet didn´t feel stable enough when I increase the speed. But I always thought that‘s because of my runningstyle.
         If I remember it correctly, I didn´t have these kind of difficulties in the past. The Asics running shoes were one of my favourite pair of shoes and I really had run a lot in them. I was using them the whole winter. But I could hardly imagine that I have already made 3 000 Km. I would certainly not manage to run 3000 km in nine months. I would have had to run the marathon about 71 times, or 142 times the half marathon, or 300 times a 10km run, or 600times a 5 Km run. IMPOSSIBLE.
So I was recommended a steady shoe. Such shoes companesate false foot positioning (flat feet, hallux - my feet) and overpronation (the foot tilts excessively inwards in the rolling motion). And a special stabilisation (strengthened heel part and harder material on the inside) supports the midfoot.
Another nice lady brought two pair of shoes, Gel Kayano 24 and GT300 by Asics, to me. When I heard the name Gel Kayano", I was very excited. These shoes have been on the market for more than 26 years and they also have been awarded several times by various professional sports journals. I waited impatiently for the lady to unpack the running shoes and I nearly stopped breathing for a moment when she took them out of the box. And I liked them immediately - the color (dark blue-orange) matched my taste. Now they just have to fit me and feel comfortable. They were perfect - very light - made just for me. I knew right away that I must have them. They convinced me at first sight.
I also tried out the other running shoes - GT300 from Asics. When I saw the shrill yellow color, I refused to try them on a little. This isn´t my style at all - I don´t wear such eye-catching colors. I put them on anyways, they felt heavy. No, these were not the running shoes in which I could imagine to run every day.
I have already made my decision. The price was secondarily to me. I have already seen them on the WM´S store website, I knew the price and I still secretly hoped that they would be recommend to me.
   Please do not get me wrong. I rarely prefer a specific brand when it comes to shopping (maybe I make an exception regarding jeans, underwear and of course running shoes). But the running shoes Gel Kayano have got an impressive history that began in 1992. Toshikazu Kayano and his team had got an assignment by Asics leadership to develop the best running shoes ever. The Japanese set to work at the research institute in Kobe. Kayano needed one year to present his first creation made out of high quality material. Gel Kayano 1 was born. Thanks to its special skeleton system, 47 000 models were sold in 1993. In 2008 the magazine "Runner´s World" named the Gel Kayano 14" the running shoes of the year. The salesnumbers of the running shoes continued to rise. One year later the team used differentiated technology for men and women. That means that different damping systems in the forefoot were aligned to the anatomical characteristics of the sex - Gel Kayano 20 was born.
And now a few questions for you: Do you go jogging? How many pairs of running shoes do you have at home? Have you ever had a foot analysis or treadmil analysis done? And did you get something out of it?

Freitag, 11. Mai 2018

FIT IN 12 Weeks - Week 5 and 6

FIT IN 12 WOCHEN - WOCHE 5 und 6
 
Der 35. Vienna City Marathon ist schon vorbei. 41 919 Läufer haben sich für das Event angemeldet. Der Großteil der Teilnehmer lief den Halbmarathon oder die Staffel.
 
 
Ich war auch anwesend - aber nur als Zuschauer - und drückte den Läufern fest die Daumen. Sie hatten es nicht leicht, denn es war am Sonntag viel zu heiß - fast 30 Grad, wolkenlos und kein Wind. Ich hatte Mitleid mit ihnen - solches Wetter erschwert das Laufen und man dehydriert schnell.
Alle Teilnehmer verdienen einen großen Applaus, egal, ob sie das Ziel erreichen, oder nicht. Ich würde es mich nicht trauen, bei solchem Wetter zu starten. Sie waren alle großartig. Ich habe ein paar geschmacklose Kommentare in der Zeitung gelesen. In diesen Kurznachrichten stand: "die meisten sind arbeitslos", sie haben keine anstrengende Arbeit" oder sie nehmen sich Urlaub, während andere dafür Überstunden machen müssen". Ich war fassungslos! Wer kann so etwas schreiben?
Es spricht der Neid aus diesen Kommentaren. Wer nichts erreicht hat, kritisiert und beschimpft. Ich bin mir sicher, dass sich die meisten Teilnehmer hart auf den Halb- oder Marathon vorbereitet haben. Sie bauen regelmäßig den Longjog in ihr Training ein. Dieser Longjog ist zwar anstrengend, aber wer regelmäßig läuft und wöchentlich die Strecke verlängert, schafft es leichter.
Ich hab den Longjog auch in mein Training aufgenommen. Ich laufe ihn nur einmal pro Woche wenn ich frei habe, denn ich brauche Zeit für die Regeneration und Erholung. Mein Körper ist an die langen Strecken noch nicht gewöhnt und ich möchte es lieber langsamer angehen.
 
Und jetzt beschreibe ich Dir meine Trainingswoche 5 und 6.
WOCHE 5
Tag
Trainingseinheit
Dauer
MONTAG
45 progressiver Dauerlauf von REG 2 Hoch + KTB
45 Minuten
MITTWOCH
Frauenlauf

FREITAG
10 GAT1 - 6x400m Lauf ABC + 45 GAT2 + KTB
55 Minuten
SONNTAG
Ruhiger Dauerlauf 70 unterer GAT 1 Bereich
ca 90 Minuten
Das Krafttraining ist das gleiche wie in der Woche 1 und 2.
 
MONTAG
Ich begebe mich nach dem Frühstück zur Hauptallee, wo ich eine Stunde lang jogge. Ich erreiche wieder das Lusthaus, umlaufe es und jogge in flottem Tempo zurück. Ich biege nach links, jogge um den Teich herum und laufe danach durch den Wald bis zu einer Straße. Ich biege nach rechts und laufe weiter - direkt nach Hause.
9.7 km in 58 Minuten. Ein perfekter Start in die Woche.
Zu Hause mache ich dann die Kraftübungen.
 
MITTWOCH
Heute findet die Laufveranstaltung "Frauen Fun Run" statt. Ich habe diesem Event den vorigen Beitrag gewidmet.
 
FREITAG
Ich krieche schon um 7:00 Uhr aus dem Bett. Kann mir jemand sagen, warum ich mir das antue? Ich würde sooo gern noch schlaafen. Ich wasche mein Gesicht mit eiskaltem Wasser, um munter zu werden. Nach dem Frühstück gehe ich zur Hauptallee. Ich laufe zwei Kilometer, bis ich zu der 100er Markierung komme. Ich ruhe mich kurz aus, bevor ich starte - danach geht es flott zur 500er Markierung und wieder zurück. Ich habe ein bisschen Schwierigkeiten, die Markierung beim ersten Durchgang zu erkennen.
Ich bemerke, dass ein älterer Mann auch zu einer Markierung und wieder zurück läuft. Es freut mich sehr, dass ich nicht die einzige bin, die eine Wahnsinnige aus sich macht. Mir machen diese hin und her Läufe keinen Spaß - ich frage mich oft, wozu man sie überhaupt braucht! Ich möchte doch 5 km unter 28 Minuten schaffen, nicht 500 Meter unter einer bestimmten Zeit. Und Entspannung gibt es auch keine dabei - eher Ärger. Es ist einfach nicht mein Ding.
Zu Hause mache ich dann wieder das Krafttraining.
 
SONNTAG
Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich einen Longjog, der länger als 70 Minuten dauert, in mein Training aufnehmen soll. Ich wollte es ruhiger und locker angehen, wenn notwendig auch gehen, und dabei auf meine Körpersignale hören.
Am Sonntag bin ich um 6:00 Uhr aufgestanden, um gegen 7:15 Uhr in Richtung Hauptallee aufbrechen zu können. Niemand war unterwegs. Es war ungewöhnlich für mich. Ich lief langsam Richtung Lusthaus. Ich fragte mich, aus welchem Grund ich mir das antue! Ich möchte doch keinen Halbmarathon oder 10km-Lauf absolvieren. Warum strebe ich nach mehr Kilometern, nach mehr Leistung? Vielleicht wäre es nur eine persönliche Bestätigung für mich, dass ich das erreichen kann. Oder vielleicht möchte ich auch testen, wo meine persönliche Grenze beim Laufen liegt, um sie zu überschreiten.
Ich lief entlang der Belvedere Allee bis zur Stadionbrücke. Meine Gedanken schalteten sich aus. Ich fokussierte mich nur auf das Atmen. Ich hätte es nie geglaubt, aber man kann auch beim Laufen meditieren. Es ist eine Phase, in der sich die Gedanken in Luft auflösen und in der nur die Konzentration auf die Gegenwart und die Atmung zurückbleibt.
Ich erreichte nach 3,2 km die Stadionbrücke. Das bedeutetet: 7,8 km sind schon in meinen Füßen - ich entnahm die Ziffern meiner Pulsuhr. Ich fühlte mich energiegeladen, die Luft war frisch. 
Als ich das Lusthaus erneut erreicht hatte, war ich durstig. Ich lief durch den Wald in Richtung Prater. Auf der Kreuzung musste ich anhalten - ich konnte nicht mehr. Die Pulsuhr zeigte mir genau 13 km an. Meine Oberschenkel schmerzten zwar, aber die Distanz auf meiner Pulsuhr gab mir neue Energie. Ich wollte die verdammten 2,5 km unbedingt noch schaffen. Ich quälte mich also weiter bis zum Prater.
Geschafft! Ich habe es wirklich geschafft! Die Erschöpfung mischte sich mit Euphorie. Ich war zwar verschwitzt und meine Füße taten weh, aber ich war überglücklich. Ich kann die Gefühle gar nicht richtig beschreiben.
 
Praterstern - Hauptallee
 
Praterstern - Hauptallee
 
Praterstern - Hauptallee


Praterstern - Hauptallee
 
WOCHE 6
 
Tag
Trainingseinheit
Dauer
DIENSTAG
30 GAT1 inkl 2x200 Meter kurz ins Renntempo fallen lassen + KTB
30 Minuten
DONNERSTAG
60 niedrig GAT1 + KTB
60 Minuten
Freitag
Dauerlauf 60 unterer GAT1 Bereich
90 Minuten



Kraftübungen sind gleich wie in Woche Nr. 1 und 2.
 
DIENSTAG
Ich war froh, dass heute nur eine 30-minütige Laufeinheit und das Krafttraining auf der To-Do Liste standen. Meine Füße fühlten sich beim Laufen zwar nicht mehr schwer an, aber ich war überhaupt nicht in der Laune, zu beschleunigen.
 
DONNERSTAG
Ich entschied mich, mein Training am Abend zu machen. Meine Beine waren leichter. Es waren viele Läufer in der Hauptallee unterwegs, manchmal liefen auch 4 Personen nebeneinander. (Der Halbmarathon stand nun einmal kurz bevor). Zuerst lief ich in einem langsameren Tempo, danach beschleunigte ich und hielt die Geschwindigkeit bis zum Lusthaus, weiter die Straße hinauf bis zur Ampel und wieder zurück. Ich lief wieder um den Teich herum und danach direkt in den Wald. Ich bemerkte, dass ein junger Mann sich an meine Fersen geheftet hatte. Ich beschleunigte - der Läufer ebenfalls. Was möchte er vor mir?! Es gibt genug Platz, um zu überholen. Als ich die Straße erreichte, musste ich eine kurze Pause machen. Der Mann sprach mich an - ich versuchte, so wenig wie möglich nach Luft zu schnappen, während ich mich mit ihm unterhielt. Zu meiner Überraschung hatte er mich anscheinend schon mehrmals in der Hauptallee laufen gesehen. Ich erinnerte mich nicht, ihn schon einmal gesehen zu haben. Wir liefen danach kurz nebeneinander und er erzählte mir, dass er zum Halbmarathon angemeldet ist.
Zu Hause machte ich dann meine Kraftübungen.
 
FREITAG
Axel Rose schrie mir "November Rain" in die Ohren, als ich joggte. Es ist schön, mein Training wieder früh am Morgen zu machen, wenn ein paar Läufer unterwegs sind. Heute stand zwar ein ruhiger Dauerlauf auf dem Plan, aber da mir die Songs von Guns N´Roses meinen Weg angenehmer machten, lief ich im Rhythmus und manchmal ging es wirklich flott. Die Musik gab mir viel Energie und Kraft. Ich lief wieder die Belvedere Allee entlang und bei einigen Songs wollte ich eher tanzen als laufen. Und Axel Rose schrie: "Jungle, welcome to the jungle. Watch it bring you to your shunn knees, knees. Uh, I want to watch you bleed." Nein, mich zwang niemand in den Knie und ich blutete auch nicht. Ich hatte Spaß, als ich wieder beim Lusthaus auftauchte. Ich hörte nur auf die Worte im Lied und lief weiter. Jaaa! - Endlich bin ich ans Ziel gekommen, ohne anhalten oder gehen zu müssen. Hurraaa!
 
Nun zu Dir: Hörst du gern Musik, wenn Du Sport machst? Hast Du eine beliebte Playlist? Welche Musik spornt Dich beim Trainieren an? Wenn Du magst, kannst Du mir einen Kommentar hinterlassen.

 
 

 
 
 
 

 

Mittwoch, 2. Mai 2018

FRAUEN FUN RUN FOR 6 KM

 
FRAUEN FUN RUN FÜR 6 KM
 
Wie ich bereits im vorigen Post angekündigt habe, möchte ich näher über die Laufveranstaltung "Frauen Fun Run für 6 Km" berichten. (Dieser Laufwettbewerb ist ein "Zwischenstopp" auf dem Weg zu der Laufveranstaltung "Österreichischer Frauenlauf", die heuer am 27.05. 2018 stattfindet.)
 
Source: Internet
 

Ich habe mich sehr auf diesen Laufwettbewerb gefreut. Ich habe mich bereits Anfang März für beide Laufevents angemeldet. Da ich nach dem Trainingsplan "Fit in 12 Wochen" intensiv trainierte, interessierte mich natürlich auch, in welcher Zeit "den 6 Km" Laufwettbewerb schaffe. Ich hatte ein bestimmtes Vorhaben: 32 Minuten - die erste Runde langsamer angehen und in der zweiten Runde Vollgas geben. So habe ich es wenigstens geplant.
Ich kann Pläne schmieden, wie ich will, aber die Wirklichkeit sieht meistens anders aus. Denn das Laufevent fiel auf den Tag, an dem ich meinen Nachmittagsdienst hatte. Das sollte ich aber leicht organisieren können. Ich erkundigte mich beim Nachtportier, ob er meine Schicht übernehmen könne. Genau an diesem Tag müsse er jedoch bis etwa 18:30 Uhr einen Pflichtvortrag an der Uni halten und könne frühestens zwischen 17:30 und 17:45 Uhr übernehmen. Mir stockte der Atem, ich überlegte fieberhaft, was ich tun sollte.
Es gab nur drei Möglichkeiten: 1. Ich komme entweder rechtzeitig zum Laufwettbewerb, ziehe mich um und schaffe es, mich warmzulaufen, oder 2. Ich komme gerade noch rechtzeitig an, ziehe mich hektisch um und muss gleich losrennen, oder 3. Ich schaffe es überhaupt nicht zur Veranstaltung, weil mein Kollege länger an der Uni bleiben muss.
Ich musste mich psychisch auf diese Situationen einstellen. Ich bin keine negative Person, aber zugleich male ich mir ungern rosa Wolken". Ich tröstete mich auch mit beruhigenden Gedanken alles wird locker laufen. Ich musste halt akzeptieren, was auf mich zukommt.
Ich fokussierte mich nur auf die Dinge, die ich ändern und die mich in eine gute Laune versetzen konnten. Das war vor der Laufveranstaltung sehr wichtig für mich. Nicht umsonst heißt die Veranstaltung auch "Frauen Fun Run". Ich möchte mit fun" in den Tag starten - so schlief ich mich ausreichend aus, gönnte mir ein leckeres Frühstück - 2 Butterbrote mit Marmelade, Kaffee und ein Sportgetränk und dann auch ein leckeres Mittagsessen, das aus Kohlenhydraten (Pasta), Eiweis (Hähnchen) und Vitaminen (Tomaten und Vogerlsalat) bestand und bemühte mich, viel zu trinken. Ich hoffte, dass mir diese Kombination genügend Energie geben würde.
Der Nachmittagsdienst anschließend war dann einerseits ein bisschen stressig, andererseits tauchte mein Kollege schon 10 Minuten vor halb sechs auf. Er wünschte mir noch viel Glück fürs Laufen. Ich verließ das Gebäude gegen 17:40 und marschierte Richtung U-Bahn Station.
In der U-Bahn bemerkte ich einige Läuferinnen, die auch Richtung Stadion fuhren. Als ich ausstieg, holte ich mir ein "Bio-Weckerl" in der Bäckerei und dann spazierte ich Richtung Hauptallee, wo die Veranstaltung stattfand. Ich zog mich im Container schnell um. Ich spürte, wie die Nervosität in mir aufstieg. Ich beobachtete die Frauen. Einige kannte ich aus dem Lauftraining, die anderen waren mir unbekannt. Eine Dame, die sich gleich neben mir umzog, berichtete ihrer Freundin lebhaft darüber, dass sie in letzter Zeit sehr gut gelaufen sei und diesmal auf eine Zeit unter 30 Minuten hoffte. Mir war schlecht. Ich musste an die frische Luft, sonst würde ich mich gleich wieder umziehen und nach Hause fahren.
Ich habe in den letzten Tagen wegen meiner Verletzung nicht besonders gut trainieren können. Aber dieser Laufwettbewerb heißt ‚Frauen Fun Run‘!", ging es mir beim Einlaufen durch den Kopf. Und warum bekam ich gerade jetzt kalte Füße?! Warum war ich nicht schon während meines Trainings nervös?! Na klar, ich messe mich beim Training mit niemandem - meine Pulsuhr ist dann die einzige Orientierung, die ich habe. Manchmal bin ich zufrieden mit dem Ergebniss, ein anderes Mal frage ich mich, ob die Uhr kaputt ist, wenn ich sichtlich langsamer gelaufen bin.
Als ich mit dem Laufsport angefangen habe, habe ich mich darauf konzentriert, regelmäßig bei jeder Laufeinheit die Strecke zu verlängern. Ich war richtig stolz auf mich, wenn es mir gelungen ist. Im Vordergrund stand damals, bei jedem Wettbewerb durchzukommen, statt um einzelne Minuten zu kämpfen. Der Mensch ist aber ein unzufriedenes Wesen - er möchte immer mehr haben und mit wenig gibt er sich nicht zufrieden.
Und dann ging es los: Der Block A - die schnellsten Läuferinnen - startete. Ich bin im Block B und hatte noch über eine Minute Zeit, bevor ich loslief. Ich war nervös, meine Beine zitterten ein bisschen und in meinem Kopf wühlten die Gedanken. Ich versuchte, sie zu stoppen und mich zu beruhigen. Ich wiederholte innerlich nur einen Satz: Fokussiere Dich aufs Atmen.
Es kam der Schuss aus der Pistole und ich rannte. Der erste Kilometer kam mir unendlich vor. Was war denn mit mir los? Als ich dann in die Kurve bog, waren meine Beine leichter und mein Atem ging regelmäßiger. Die erste Runde war hinter mir - in 16:15 Minuten - wie ich später den Ergebnissen entnahm. Ich wollte es aber unter 16:00 Minuten schaffen.
Die zweite Runde war anstrengend, es kam mir vor, als wollte diese Strecke einfach nicht enden. Ich bin diese Strecke schon tausendmal gelaufen, aber soo laang wie jetzt war sie noch nie. Ich hatte auch einen schrecklichen Durst. Ich konzentrierte mich nur auf das Atmen und hielt mich hartnäckig hinter anderen Läuferinnen, die mein Tempo bestimmten. Der Abstand zwischen uns betrug etwa 100 - 150 Meter. Ich gab Vollgas vor dem Ziel. Mein Kopf war plötzlich leer. Ich wusste nicht mehr, wie ich von der rechten Seite auf die Linke gekommen war. Und warum bin ich eigentlich nicht auf der rechten Seite geblieben? - es wäre doch dort einfacher gewesen! Es war, als hätte jemand diese Sekunden aus meinem Kopf gelöscht. Ich hörte weder die Moderatoren auf der Bühne, noch die jubelnden Zuschauer. Es war alles verschwommen.
Ich war im Ziel, eine stämmige Dame war direkt hinter mir. Ich hatte sie gar nicht wahrgenommen. Jetzt hörte ich wieder alles klar das: "Komm, Komm, Komm!". Ich weiß nicht, wie viele Sekunden mich von den Läuferinnen trennten, dich mich ins Ziel geführt hatten. Mir kam es wie eine Ewigkeit vor - in Wirklichkeit waren es aber nur 5 Sekunden.
Ich hatte die Zeit 33 Minuten und 4 Sekunden" erreicht. Meine Emotionen fuhren Achterbahn - Ich habe mein Vorhaben nicht erreicht, ich bin gescheitert mein 32 Minuten Vorsatz blieb unerfüllt. Aber ich bin ins Ziel gekommen! Eigentlich konnte ich stolz auf mich sein. Und ich bin stolz auf mich. Viele Kleinigkeiten entscheiden, mit welcher Zeit man das Ziel erreicht. Ich war durstig, als ich gelaufen bin. Wahrscheinlich hätte sich meine Zeit ein paar Sekunden verbessert, wenn ich genug Flüssigkeit zu mir genommen hätte. Aber Wenns" zählen nicht. Nach dem Krieg ist jeder General. Im Großen und Ganzen sollte man Spaß auf jeder Veranstaltung haben. Ich möchte nicht nach jedem Event frustiert sein, wenn ich meine vorgenommene Zeit nicht schaffe. Ich hatte keine Leistungsdiagnostik gemacht, ich habe keine Trainer an meine Seite, die mir sagen, was ich falsch mache und mich motivieren und sagen großartig gemacht!" Und ich war großartig, egal, wie abgedroschen das klingt. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Das Laufen gibt mir nämlich mehr zurück als ich in es investiere und das zählt mehr als all die gesetzten Vorhaben und Minuten.





 


5 REASONS WHY I RUN

5 GRÜNDE WARUM ICH LAUFE   Als ich vor mehr als einer Woche den Hügel im Lainzer Tiergarten hinauflief und dabei nach Luft schnappen mu...