Samstag, 6. Oktober 2018


Bratislava Frauenlauf 2018

 
Es ist der 22ste September, 16:00 Uhr, und ich warte aufgeregt mit den anderen Läuferinnen auf den Startschuss. Ich stehe im letzten Block, ein paar Schritte vor mir ist eine Pacemakerin, die auf dem Schild "5:45" geschrieben hat. Ich habe vor, genau diese Kilometerzeit zu laufen, falls mir das mein Gesundheitszustand erlaubt.



Der Mann, der uns in verschiedene Blöcke einteilt, zeigt sich kooperativ und erlaubt mir, aus dem langsameren Block zu starten. Und jetzt heißt es nur: tief Luftholen und durchhalten. Das schaffe ich sicher. Es sind nur 10km. In einer Stunde - im schlimmsten Fall - bin ich am Ziel.
Der Startschuss ertönt und ich laufe mit den anderen Läuferinnen los. Wir rennen Richtung Donaupromenade und vorbei an der Stelle, an der ich noch ein paar Minuten zuvor Aufwärmübungen gemacht habe. Abgesehen davon kenne ich diese Strecke nicht. Ich habe sie aber inklusive Anhaltspunkte in meinem Kopf, da ich mir ihren Verlauf auf einer Karte angesehen habe, falls es keine Markierungen gibt. Ich bin zwar daran gewöhnt, 10km und mehr zu joggen, aber vorige Woche habe ich wegen der Erkältung nicht richtig trainieren können.
Die Gründe, warum ich diesen Wettbewerb nicht abgesagt habe, waren das schöne Wetter mit einer Temperatur bis über 25 Grad (momentan haben wir nicht einmal 17 Grad) und die Erinnerung an die unglaubliche Stimmung, die beim Österreichischen Frauenlauf herrscht.
Der Bratislava Frauenlauf hat zwar nicht einen solchen Ruf wie der Österreichische, allerdings leisten die Organisatoren eine tolle Arbeit - Markierungen auf der Strecke nach jedem zweiten Kilometer, kleine Trinkflaschen statt Trinkbecher - man musste nicht unnötig anhalten - und die Strecke selbst war auch super. Man lief die Donau entlang und über die Novy Most („Neue Brücke"), wo sich das Aussichtsrestaurant "Ufo" befindet, und weiter unterhalb einer Burg.
Außerdem kam das Publikum ebenfalls auf seine Kosten, denn sowohl der Start als auch das Ziel waren bei dem Einkaufszentrum Eurovea.
Ich habe den Wettbewerb wirklich genossen, obwohl ich einen Hustenanfall im Ziel gekriegt habe. Der Sprint zum Schluss kostete mich mehr Kraft als ich mir gedacht habe. Aber irgendwie kann ich mir einen Laufwettbewerb ohne den End-Sprint nicht vorstellen.
Aber wie mir meine Begleitung danach mitteilte: "Du kannst froh sein, dass du es mit deiner Verkühlung unter einer Stunde geschafft hast. Ich würde auf vier Kilometer wechseln - du bist verrückt."
Ja, so kann man mich auch nennen. Ich brenne für eine Sache und lass mich nicht so leicht unterkriegen. Ich liebe die Stimmung bei den Wettbewerben, die letzten Schritte bis zum Ziel, bei denen ich noch eine verborgene Kraft entdecke und aus mir heraushole. Die Überschreitung der Ziellinie gibt mir neue Energie. Ich fühle mich nachher stärker und ausgeglichener. Es ist egal, wie viele Kilometer ich jogge, die Leidenschaft bleibt. Es gibt ein schönes Zitat, das besagt: Kämpfe mit Leidenschaft, Siege mit Stolz, verliere mit Respekt - aber gib niemals auf!
 
 
 
 
 

 
 
 
Bratislava women‘s run 2018
 
It is September 22nd, 4:00pm, and I am excitedly waiting with the another runners for the starting shot. I am in the last block, a few steps ahead of me there is a pacemaker who is holding the sign "5:45" in her hands. I intend to run in this pace, if my health allows me that.
The man who divided us into different blocks was cooperative and allowed me to start from the slower block. And now is the time to take a deep breath and to hang on. It is only 10km. In one hour I will be at the finish line - in the worst case.
The starting shot sounds and now I am running with the other runners. We run in the direction of the Danube promenade where I have warmed up a few minutes ago. Besides that I don‘t know the route. But I have the route in my head, including visual cues, because I have memorized the map in case there will be no signs. I am used to jogging 10 or more km, but because of the cold I have not been able to work out properly last week.
The reasons why I did not cancel this competition were the nice weather with temperatures over 25 degrees (currently we don‘t even have 17 degrees) on the one hand, and on the other hand the memory of the incredible vibes at the Austrian Women‘s Run.
Although Bratislava women‘s run does not have such a reputation like the Austrian‘s, the organizers did a great job: the route was marked after every second km, we got small bottles instead of cups so you won‘t have to stop needlessly - and the route itself was also great. I ran along the Danube, over the Novy Most (New Bridge") where the viewing restaurant UFO" is located and beneath a castle.
Furthermore, the event also payed off for the non-running crowd, because the start and the finish were at the shopping centre Eurovea.
I really enjoyed the competition, even though I had a coughing attack in the finish. The sprint at the end cost me more power than I thought. But somehow I cannot imagine a running competition without the quick run in front of the finish line.
My companion told me afterwards: "You can be glad, you made it under an hour with your cold. I would do the 4km competition if I were you - You are crazy."
Yes, that‘s what you can call me. I am a passionate jogger and I keep my chin up. I love the vibes at the competitions, the last steps up to the finish line, where I discover the hidden power to give it my all for the last few meters. The crossing of the finish line gives me new energy. I feel stronger and more balanced afterwards. It does not matter how many kilometers I am jogging, the passion always remains. There is a beautiful saying: Fight with passion, win with pride, lose with respect - but never give up!

 

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